Letzten Sonntag war ich wieder mit Family-Bekochen dran. Das Family-Bekochen war ursprünglich mal 'ne echt lockere Sache. Es hieß, da wir ja alle ganz gerne kochen, aber einige von uns noch nicht so die Cracks sind, könnte man ja, da man sowieso jeden Sonntag irgendwo zusammen isst, das Ganze in die heimischen Küchen verlegen und die anderen bekochen. So zu Übungszwecken. Ging alles auch anfangs ganz gut, bis der Freund meiner Schwägerin (Ihr wisst schon, der Bayer) anfing, aus dieser gemütlichen und bescheidenen Sonntags-Kocherei eine Veranstaltung in mehreren Gängen zu machen. Der fiese Brunnenvergifter. Seitdem heißt es, alle paar Wochen tagelanges Wälzen der Kochbücher, um ein halbwegs präsentables Drei-Gang-Menü (mindestens!) auf die Beine zu stellen. Dass der Sonntag dabei so gut wie komplett in der Küche verbracht wird, ist klar.
Diesesmal habe ich mich als Vorspeise für das bereits vorgestellte Röstbrot mit Ziegenkäse und Zwiebelkonfitüre entschieden und als Hauptgericht für ein Gulasch mit einer herzhaften Parmesan-Biskuitrolle als Beilage.
Das Rezept habe ich aus der letzten Ausgabe der Lecker. Das Gulasch und die Sauce waren ein Traum, die Parmesanrolle sehr locker leicht und fluffig und mal was komplett anderes als gewohnt. Sehr empfehlenswert und saueinfach zu machen. Schmeckte übrigens am nächsten Tag in ein wenig Fett gebraten nochmal so gut!
Als Dessert gab es Vanilleeis mit heißen Himbeeren und Sahne, was ziemlich geil war! Ich muss sagen, insgesamt war es ein sehr gelungenes Dinner und hat großen Spaß gemacht, zu kochen.
Und falls Ihr jetzt auch Lust bekommen habt, sonntags Euren Lieben was leckeres zu zaubern, nur zu! Hier kommt das Rezept für 6 Personen:
Für die Rolle:
70g Butter, geschmolzen
100g Mehl
500ml Milch
7 Eier
Salz
Pfeffer
100g Parmesan am Stück, grob geraspelt
200g getr. in Öl eingelegte Tomaten, in feine Streifen geschnitten
150g Doppelrahmfrischkäse
200g Schmand
(Zubereitungszeit: ca. 45 Min. + ca. 4 Std. Wartezeit)
Backofen auf 200°C vorheizen.
Eine tiefes Backblech / Fettpfanne mit Backpapier auslegen.
Butter schmelzen, Mehl darüberstäuben und glatt rühren. Milch einrühren, aufkochen. Herd ausschalten.
Eier trennen. Eigelb einzeln einrühren, mit Salz und Pfeffer würzen. Topf vom Herd nehmen.
Eiweiß in zwei Portionen steif schlagen. Erst 1/3 Eischnee und dann den Rest unterheben. Auf das Blech streichen. 1/4 des Parmesans draufstreuen. Im heißen Backofen ca 15 Min. backen. Samt Backpapier herausnehmen und abkühlen lassen.
Nicht erschrecken, wenn der Teig im Ofen hochgeht. Beim Abkühlen fällt er wieder in sich zusammen. |
Für die Füllung Frischkäse, Schmand und den Rest Parmesan glattrühren, auf die abgekühlte Teigplatte streichen und mit den Tomaten bestreuen. Mit Hilfe des Backpapiers fest aufrollen, in Frischhaltefolie wickeln und mind. 4 Std. kalt stellen.
Für das Gulasch:
500g Möhren, geschält, gewaschen und in mundgerechte Stücke geschnitten
4 Zwiebeln, geschält und gewürfelt
1,3 kg Rindergulasch
Öl
Salz
Pfeffer
2 EL Mehl
400ml trockener Rotwein
1l Wasser
2 Lorbeerblätter
(Zubereitungszeit: knapp 3 Std.)
Gulasch trockentupfen.
Ein wenig Öl im Bräter erhitzen. Gulasch darin portionsweise rundherum schön braun braten (Röstaromen, Kinder, Röstaromen!) Bei der letzten Portion Zwiebel und Möhren kurz mitbraten, alles Gulasch wieder zugeben und mit 2 EL Mehl bestäuben, kurz anschwitzen. Mit Wein und Wasser ablöschen. Salzen und Pfeffern, Lorbeerblätter dazugeben, aufkochen und zugedeckt ca 2,5 Std. schmoren, bis das Gulasch leicht zerfällt.
Beim Showdown dann Ofen auf 225°C vorheizen.
Die Parmesanrolle in ca. 12 sehr dicke Scheiben (nicht empfehlenswert, too much. Lieber in mehr dünnere Scheiben) schneiden und auf ein mit Backpapier augelegtes Blech legen. Im Ofen 10-15 Min. backen. Gulasch nochmals abschmecken.
Auf Tellern anrichten, servieren und sich freuen, dass nächsten Sonntag wieder jemand anders kochen muss.
Und mit diesem Rezept kann ich eeeendlich auch mal wieder was zu Tobias' Wochenende-Kochbasar beisteuern.
Viel Spaß beim Nachmachen!